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Hier findest du Artikel rund um das Thema Rituale. Lass dich inspirieren und du kannst dir sicher sein, dass diese Artikel von Mensch (von uns) für Menschen geschrieben sind. Einfach weil wir es können!

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Rituale – bewusste Momente der Verbindung zu uns selbst

Wir sind so weit entfernt von unserem inneren Ich, dem, was uns tatsächlich aus macht und wir bemerken es nicht einmal. Der alltägliche Wahnsinn hält uns so gut in Schach, dass wir uns kaum darum bemühen unsere innere Stimme wieder wahrzunehmen und das herauszufinden, was der Weg unserer Bestimmung oder unsere Aufgabe sein könnte. Für die meisten Menschen ist es wahrscheinlich gar nicht relevant darüber nachzudenken. Dafür braucht es die ein oder andere Krise im Leben oder einen bewussten Moment, der uns daran erinnert, dass unser Alltagsloch nicht alles ist, was wir erreichen können. 

„Wir arbeiten viele Stunden am Tag, der Haushalt fordert die restlichen Stunden ein.“ Das ist es, was ich von so vielen Menschen höre. Es ist kaum Platz für Freizeit oder ein Hobby. Die wenigen Momente am Tag, die sie für sich hätten, versinken sie im Medienstrudel, am Handy, vor dem Fernseher oder ähnlichen digitalen Geräten, die uns ganz wunderbar davon abhalten, uns mit uns selbst zu beschäftigen. 

In meinen Beratungen erlebe ich es immer wieder, dass Menschen es sich nicht vorstellen können eine Zeit, ich rede von wenigen Stunden, mit sich allein zu verbringen. Sich einfach der langen Weile hinzugeben oder die wertvolle Freizeit nicht mit Aktivität zu füllen, sondern sich einfach mal im Wald in eine Hängematte zu legen. Sie können sich das nicht nur nicht vorstellen, sie entwickeln im Gedanke darüber sogar aufrichtigen Respekt und erfinden bereits Ausreden, warum sie sich dieser Aufgabe nicht stellen wollen oder können. 

Mir ist natürlich klar, warum sie sich ihrer inneren Stimme nicht zuwenden wollen. Sie selbst handeln unbewusst, eine Strategie des Gehirns um Energie zu sparen. Denn wenn sie sich mit sich selbst beschäftigen würden, dann könnte das zu größeren Anstrengungen und Veränderungen kommen. Die Menschen sind im Alltag kaum bei sich, sie folgen äußeren Strukturen, der Arbeit, dem gesellschaftlichen Bild von Familie etc. Das wird nicht hinterfragt, denn dazu haben sie gar keine Zeit und zugleich auch keine Energie. Die Komplexität unsere Welt fordert uns in einem hohen Maße, so dass kaum noch Energie übrigbleibt uns mit unserer inneren Welt zu beschäftigen. Unser Körper spürt das und lenkt uns im Notfallmodus durch all das, was wir uns selbst auferlegt haben, um nicht zu „scheitern“. Dabei bleibt keine Kraft mehr übrig. Kraft, die wir aber brauchen, um aktiv zu reflektieren, um in uns hineinzuspüren und um herauszufinden, was uns gut tut und was nicht. Von welchen Menschen wir lieber Abstand nehmen möchten und welche uns gerade vorn bringen. Das hat alles etwas mit einer bewussten Denkweise zu tun. Doch wir verharren lieber im Unbewussten. 

Ein Teufelskreis, der entsteht, weil wir süchtig sind nach Medien, die uns ganz wunderbar unterhalten. Sie ziehen unsere Energie ab, die dann fehlt, um uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wenn ich nicht reflektiere, fällt mir vielleicht gar nicht auf, dass mir etwas fehlt, dass mein Leben Wege eingeschlagen hat, die mir selbst nicht entsprechen. Wenn mir das nicht auffällt, werde ich auch keine Motivation entwickeln, dem Medienkonsum zu entkommen. Es braucht einen bewussten Gedanken, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen. 

Genau diesen bewussten Moment könne wir kreieren, in Form eines Rituals. Das Ritual lädt uns dazu ein innezuhalten, ins Spüren zu kommen, mit uns, unsere Umwelt, der Natur und all den wundervollen Kräften die uns umgeben. Dieser kurze Moment, den ich mir und dem Ritual schenke, hat eine so enorme Wirkkraft, wie man sie nicht in einem Satz beschreiben kann.
 

Das Ritual verbindet uns mit einer Kraftquelle, die uns langfristig nähren wird, wenn wir uns dem zuwenden, was wichtig ist. Die uns umgebenden Kräfte dürfen wir wieder fühlen, verstehen und erleben, ein Zustand an sich, der uns im Gegenzug mit uns selbst verbindet. Du kreierst deine Umwelt. Wenn du bereit bist sie dir näher anzusehen, wirfst du automatisch auch einen Blick in dein Inners. Fällt es dir schwer in deiner Wohnung Ordnung zu halten? Dann stell dir die Frage, welche Gedanken in deinem Inneren sortiert und geordnet werden dürfen. So wird sich auf beiden Seiten etwas ändern.

Ein Ritual zu feiern, gibt uns den besonderen Moment, den wir genau in dieser Zeit brauchen. Eine Auszeit von unserem Alltag, um uns selbst zu begegnen. Ein so wichtiger Schritt, damit wir wieder in unsere Kraft kommen. Aus uns heraus kann so viel mehr gelebt werden als wir glauben. 

Finde deine innere Quelle der Kreativität, finde deine Stimme, finde dich selbst und deine Lebensaufgabe in dem du dein Ritual feierst. Es spielt keine Rolle, wie groß und wie intensiv du damit startest. Es kann die Kerze sein, die du jeden Morgen für dich und deine Bestimmung entzündest. Es kann das Ritualfeuer von ritualfeuer.de sein, dass du für dich kaufst und es zum Vollmond zelebrierst. Es kann genauso das Schweigeseminar sein, dass du dir buchst. 

Ein Ritual sollte dazu da sein, dich aus dem Alltag herauszuholen, einen bewussten Akt der Selbstliebe zu begehen und dich dankbar und wertschätzend mit allen guten Kräften zu verbinden, die dich umgeben. Wenn dein Ritual diese drei Punkte erfüllt, dann wirst du es als einen kraftvollen, nährenden, besonderen und erfüllenden Moment erleben. Ein Zustand von vollkommener Hingabe, dir selbst und der dir umgebenden Natur gegenüber.  

Der Januar, ein Monat der Ruhe, Introspektion, Stille und Dunkelheit

Jahreszeiten sind unaufhaltbare Zyklen, die in Allem spürbar sind. In der uns umgebenden Umwelt, wie auch in unseren Körpern. Wir sind zyklische Wesen, Frauen etwas deutlicher als Männer, weil sie durch den Menstruationszyklus einen stetigen Wandel erleben. Wir alle erleben Mondzyklen, die sich auf unseren Körper auswirken. Jahreszeiten, die sich mit Licht und Temperatur auf uns und die Natur auswirken. Selbst das Wetter, das sich permanent wandelt und verändert, wirkt auf uns und unsere Umwelt. 

Wenn wir uns dem natürlichem Zyklus zuwenden, ihn annehmen und bewusst leben, wird uns das stärken, weiterentwickeln und uns in Verbindung mit unserer inneren Stimme bringen. Denn ein bewusst gelebter Zyklus ist ein wahrnehmen dessen, was sowieso in uns passiert. In unserer heutigen Welt meinen wir immer auf gleichem Level performen zu müssen. Wir müssen immer gleich gut funktionieren und gleich ticken. Doch die Natur in uns lebt zyklisch. Die Jahreszeiten leben auch in uns. Wir erfahren den Frühling wie eine Neugeburt, der uns voller Lebenslust in neue Abenteuer stürzen lässt. Der Sommer, der uns mit Fülle überhäuft und wir voller Energie im Leben stehen. Der Herbst, der uns vorbereitet auf die kommende Zeit, den Winter. Die Zeit der Dunkelheit und Introspektion. 

Wenn wir gegen diesen natürlichen Zyklus in uns arbeiten, wird uns das sehr viel Energie kosten. Unsere Lebensgestaltung wird erschwert und es kann sogar sein, dass du krank wirst. Denn ein Körper und Geist, der ständig auf niedrigem Energielevel lebt und arbeitet kommt auf kurz oder lang an seine Grenzen. 

Nun sind wir gerade im Januar angelangt und vielleicht bemerkst du die Zeichen in dir schon und kannst sie nur noch nicht deuten. Die dunkle Jahreszeit lädt dich dazu ein, die Stille in dir zu suchen. Genau wie sich die Natur zurückgezogen hat, die Bäume und Wälder ruhen, viele Pflanzen sich in den Boden zurückgezogen haben und die Samen im Boden schlafen, sollen auch wir uns zurückziehen. Spürst du den Wunsch danach dich zu Hause einzukuscheln und es dir gemütlich zu machen? Fühlst du dich träge und müde und brauchst mehr Schlaf als in den hellen und sonnigen Monaten? Kannst du die Gesellschaft mit Freunden gerade gar nicht so sehr genießen? Dann sind das klare Zeichen, dass dein Körper und dein Geist sich nach Ruhe und Rückzug sehnen.
Der Januar zeigt sich als Wintermonat kalt und meist ungemütlich. Die Lichter und Weihnachtstimmung, die uns noch durch den dunklen Dezember getragen haben, sind nun erloschen und jetzt setzt bei vielen Menschen eine Schwere ein. Ein Zustand, der sich häufig mit den Neujahresvorsätzen beißt, denn auf Aktivität und Veränderung im außen sind wir gerade im Inneren nicht gepolt. Unsere innere Uhr ist im Winterschlaf und dieser Stimmung dürfen wir gern nachgehen. Ein aktiver Jahresteil mit Frühling, Sommer und Herbst liegt hinter uns und die dunkle Jahreszeit lädt uns dazu ein, das erlebte zu reflektieren und das, was wir erlebt haben, bewusst zu integrieren.

Eine ganz wunderbare Zeit, sich mit uns, unserer Innenwelt und der Wahrnehmung unseres Körpers zu beschäftigen. Um das zu intensivieren und ganz bewusst anzugehen, gibt es viele Rituale. Sie unterstützen dich dabei, dich auf dich zu fokussieren. Mit Ritualen in diesem Monat kannst du deinen Körper und deinen Geist dabei begleiten, Altes loszulassen und dich zu reinigen. Das können Gedanken und Erlebnisse aus dem letzten Jahr sein, die du verarbeiten und nochmals überdenken möchtest, um dich letztlich von emotionalen Belastungen zu befreien oder zumindest zu entlasten. Denn wenn wir Erlebnisse ganz bewusst integrieren, werden sie uns nicht im Unterbewusstsein belasten, sie werden zu einem Nährboden für die zukünftige Veränderung in uns. Das können positive wie auch negative Dinge sein. Ein passendes Ritualfeuer zum Thema „Reinigung und Heilung“ findest du im Ritualfeuershop. Ein Ritual der Dankbarkeit für all das, was du lernen und loslassen darfst, kann dein Ritual verstärken. 

In den dunklen Monaten sind Rituale zum Schutz für dich, deine Familie und dein Haus wichtig, denn wir sind anfälliger für Fremdenergien. Das passiert, weil wir uns in einem energetisch offenen Zustand befinden. Um loslassen zu können müssen wir uns öffnen. Der energetische Hausputz gelingt dann, wenn wir uns auch gut schützen. Hierzu findest du in meinem Shop ein weiteres Ritualfeuer, dass du für dich und deine Familie machen kannst. Schutzrituale gibt es seit jeher. Sie werden dich davor bewahren, Energien ungewollt zu verschenken und dich davor schützen fremde Energien aufzunehmen. Ebenso kann es passieren, dass man sich in andere Frequenzräume ziehen lässt, die der eigenen inneren Frequenz nicht guttun. So nimmt einen die negative Stimmung des Kollegen in diesem Monat vielleicht etwas zu sehr mit und wir gehen mit ihm in Resonanz. Die Folge ist dann schlechte Laune und miese Stimmung und wir wissen gar nicht so recht, warum wir uns so fühlen. Auch um das zu vermeiden, kann ein Schutzritual sinnvoll sein.

Rituale sind Momente des Innehaltens und des bewussten Zuwendens. Schon die Absicht, ein Ritual durchführen zu wollen verändert uns. Es stimmt uns ein in den Takt unserer inneren Uhr. Wenn wir die Jahreszeiten in uns lernen zu leben, wird uns das mit viel Energie und klarem Fokus belohnen. Im Januar heißt es sich zurückziehen und reflektieren und integrieren, was noch nicht integriert ist. So können wir in den kommenden Monaten unseren ausgeruhten Körper und Geist nutzen neue Pläne zu schmieden und vorzubereiten, was nötig ist, um im Frühling durchstarten zu können.
Wenn wir uns die Ruhe und Stille geben, nach der sich unser Inneres sehnt, wird sich das auf die gesamte Jahresuhr auswirken. Frühjahrsmüdigkeit wird dann kaum eine Rolle spielen und du wirst gut gestärkt in die lichtreiche Zeit des Jahres starten. So wird dir ein wirksamen Jahr bevorstehen.

Also mach es dir gemütlich, kuschel dich zu Hause mit deiner Familie oder auch allein schön ein. Das ist jetzt dran. Vielleicht schreibst du gern oder möchtest es mal ausprobieren, deine Gedanken in diesen Januartagen festzuhalten. Das Tagebuchschreiben oder Journaling kann ein sehr wertvolles Ritual für dich werden um bewusst zu reflektieren und deine innere Gedankenwelt zu erkunden.
Nähre dich gut und ruh dich viel aus. Schlaf ist in diesen dunklen Tagen besonders wichtig, denn er verbindet uns mit unserer Traumwelt. Eine weitere Ebene, die für die Begegnung mit unserer inneren Stimme von großer Bedeutung ist.

Ein Feuerritual in diesen dunklen Zeiten zu feiern ist ganz besonders. Denn es nährt uns nicht nur mit Wärme und Licht, es erinnert uns auch an unsere innere Flamme, unsere Seelenflamme. Ganz egal, an welchem Lebenspunkt du gerade stehst. Vielleicht geht es dir nicht gut. Vielleicht bist du sehr bewusst und lebst bereits viele unterstützende Rituale. Das Feuer wird dir immer guttun. Das Licht der Flamme hat eine große Kraft.

Was es mit dir macht und in dir bewirken kann, probierst du am besten gleich mal aus!
Kreiere dir dein Feuerritual! Möchtest du auf das richtige Ritualfeuer zurückgreifen, dann lass dich in meinem Shop gern inspirieren!


Rituale – sinnstiftend oder sinnlos?


Rituale gibt es wohl schon so lange, wie es Menschen gibt. Das lassen anthropologische Forschungen zumindest erahnen. Doch wozu sind sie gut? Was glauben Menschen mit Ritualen erreichen oder erlangen zu können? Dieser Frage möchte ich heute auf den Grund gehen und einige meiner Recherchen zusammenfasen. 

 

Lasst uns zunächst klären, was Rituale sind. Rituale zeichnen sich dadurch aus, dass sie wiederkehrende Prozesse darstellen, die einen Sinn oder Zweck verfolgen und nach einem bestimmen, festen Ablauf gestaltet sind. Doch genau der Symbolgehalt hinter dem Ritual unterschiedet es von einer Routine. Rituale sind besondere Momente, die kreiert werden und dienen selten einem alltäglichen Organisationszweck, wie eben eine Morgenroutine. Rituale werden zu bestimmten Zeiten, in bestimmter Konstellation oder zu bestimmten Anlässen durchgeführt. Traditionelle Rituale, wie wir sie zum Beispiel aus der Kirche kennen, haben einen festen Ablauf und jedes Element, jede Tat hat einen symbolischen Zweck. Moderne Rituale zeigen sich flexibler, doch das hat vor allem mit der Absicht zu tun, warum man Rituale feiert. 

 

Rituale dienen den Menschen seit jeher als ein Mittel zur Erzeugung von Zusammengehörigkeitsgefühl. Dieser gesellschaftlich-psychologische Grund lässt Menschen zusammenkommen, weil sie gemeinsam ein Ritual begehen oder feiern wollen. Ich benutze bewusst den Begriff „feiern“, denn er symbolisiert für mich die besondere Situation, die bewusst kreiert wird um einen Lebensabschnitt, ein Loslassen oder ein Verbinden oder einen Übergang zu zelebrieren. Somit pflegen Rituale die Gemeinschaft und erzeugen eine gemeinsame kulturelle Identität. Heute sind das vor allem Hochzeiten, Beerdigungen, Jugendweihe oder kirchlich initiierte Feste, die uns verbinden. Aus vergangenen Zeiten wissen wir, dass Rituale einen wesentlich höheren Stellenwert hatten. So feierten die Kelten und Germanen die jahreszeitlichen Übergänge und auch die Lebensabschnitte der Menschen mit festen Ritualen. Die Verbindung zur Götterwelt spielte hierbei eine sehr große Rolle. In Ritualen baten sie um Schutz, um Begleitung ihrer Ahnen, um gutmütige Götterbegegnungen und der Verbindung zu ihrer Welt, der Erde und dem Kosmos.
 

Ein paar Worte zur christlichen Kirche. Sie bediente sich der Feste der Urvölker und wandelte sie in christlich anmutende Feste um. Das war notwendig, um die Menschen vom christlichen Glauben überzeugen zu können. Den Menschen waren ihre Rituale so wichtig, dass sie sie niemals einfach aus dem Jahreskalender gestrichen hätten. So war die Kirche gezwungen, ihnen eine Alternative anzubieten. Einige traditionelle Rituale der Urvölker hielten sich trotzdem, wie der Tannenbaum, die Adventskerzen oder das Walpurgisfeuer, um nur einige Beispiele zu nennen. Vieles fand weiter statt, nur unter einem anderen „Namen“. Ich möchte dies allerdings nicht beschönigen, denn die Kirche sorgte auch dafür, dass viele Traditionen verloren gegangen sind und es kaum Aufzeichnungen zu den Ritualen und Bräuchen unserer Urvölker gibt. Viele Gräueltaten, wie die Hexenverbrennung und Verbote, die alten Rituale zu begehen, führten zu dem Verlust einer Identität auf nicht-weltlicher Ebene. Dazu möchte ich gern in einem anderen Artikel schreiben.

Ein weitere Grund Rituale zu begehen, bezieht sich auf die festen und sich wiederholenden Prozesse, die Sicherheit und Vorhersehbarkeit versprechen. Wiederholte, vertraute Handlungen vermitteln ein Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit und unterstützen die emotionale Stabilität in jedem Einzelnen. Letztlich lässt sich das Wohlbefinden steigern, ein Bedürfnis, dass vor allem in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. So zeigt sich unsere heutige Welt als sehr chaotisch und unüberschaubar. Ein festes Ritual gibt uns das Gefühl von vertrauten Prozessen, die wir selbst in der Hand haben. So dient es gleichermaßen als eine Art Ruhepol, den die meisten unter uns mehr als nötig haben.  

 

Wie ich bereits erwähnte, sind die Abläufe von Ritualen sehr flexibel geworden. Die Menschen „glauben“ nicht mehr an die Macht eines Rituals. Wie vieles andere vergeht es im Strudel des Alltags und so wird uns vermittelt, dass es besonders schön ist, wenn man allein und heimlich heiratet. Das Weihnachtsfest kann auch mal ausfallen und Geburtstage feiern ist auch aus der Mode. Jedwede Zuwendung zu einem besonders kreierten Moment vergeht im Angesicht von Egoismus und unter der Lupe des Materialismus. Jede Form der Feier besteht nur noch zur Belustigung und lustvollen Bedürfnisbefriedigung durch Alkohol, Dopaminkicks und Essen. Der tiefere Sinn dahinter wird mehr und mehr vergessen. Selbst das Zusammenkommen mit Freunden oder Familie verliert an Bedeutung und wird zu einem flexiblen „kann, muss aber nicht“. Dazu kommt, dass uns unser Alltag in hohem Maße fordert, so dass wir kaum noch Energie übrighaben, große Rituale zu feiern, Feste auszustatten und uns darauf vorzubereiten. Und so sind es genau die Aspekte, die Rituale mit sich bringen, die mehr und mehr verloren gehen. Die Menschen fühlen sich einsamer, sind weniger glücklich und suchen mehr und mehr nach dem Sinn in ihrem Leben. 

Das ist nur einer von vielen Gründen, Ritualen wieder unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Es verbindet uns. Rituale geben uns Ruhepunkte in unserem Leben und haben die große Macht des Erkennen unserer Selbst und vieles mehr.